Treuchtlinger Kurier vom 24.12.2015:

Großartige Unterstützung für Hospizbewegung:

Gute Begleitung auf dem letzten Weg

Einsatz der Rotarier zugunsten des Hospizvereins - Viel Einsatz für ein äußerst schwieriges Thema



Eine Spendenübergabe, hinter der letztlich ein Wandel in der Palliativmedizin im Landkreis steht: Ex-Rotary-Präsident Thomas
Becker (li.) mit Hauptpersonen des Gunzenhäuser Diakonievereins.                                                                    Foto: Stanka

Die Rotarier haben in den vergangenen eineinhalb Jahren Großes für das Thema „Hospiz" geleistet. Nicht weniger als 40.000 Euro an Spenden sammelte der Club, um den Hospizverein Gunzenhausen zu unterstützen sowie ein Palliativprojekt im Landkreis zu etablieren. Bei der Weihnachtsfeier des Hospizvereins im „Güldenen Ritter" in Schambach wurde der jüngste Spendenscheck überreicht.
Das „Hospiz-Projekt" war die große „Baustelle" des letzten Rotarier-Präsidenten Thomas Becker, der es zum Jahresthema auserkoren hatte. Der Treuchtlinger war bis zum Sommer dieses Jahres im Amt und hatte sich während seiner einjährigen Präsidentschaft von Beginn an für die Hospizbewegung und eine palliative Versorgung im Landkreis stark gemacht. Es gab einen konkreten An­lass: Ein Freund Beckers hatte seine letzten Tage auf einer Palliativstation in Roth verbringen müssen, weil es eine sterbebegleitende Einrichtung in unserem Landkreis bis dato nicht gab.
Feste Palliativeinrichtungen sind in Bayern Mangelware. Zwar werden Hospize, in denen „würdig gestor­ben" werden kann, von den Krankenkassen mitfinanziert - aber nicht zu 100 Prozent. Deshalb werden solche Sterbeeinrichtungen meist von Stif­tungen getragen. Daneben gibt es jedoch viele ambulante Hospiz-- und Palliativdienste, wie eben den Hospizverein Gunzenhausen.

Im Klinikum Altmühlfranken in Weißenburg gibt es seit Kurzem nun Palliativbetten. Auch hier spielt der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer des Hospizvereins eine Rolle. Der Verein begleitet mit seinen ehrenamt­lichen Mitgliedern Schwerstkranke und Sterbende auf ihrem letzten Weg  - zuhause, im Krankenhaus, im Se­niorenheim oder auch auf einer Palliativstation. Die Helfer lesen vor, hören zu und schaffen Raum für Gespräche. Vor allem bieten sie auch Angehörigen Entlastung. Der Hospizverein bietet darüber hinaus Se­minare für Angehörige und Helfer an. Für den Verein sind nunmehr zwei Palliativfachkräfte tätig.

Im Zentrum der Aufgabe von am­bulanten Hospizdiensten steht nicht die Verlängerung des Lebens um jeden Preis, sondern eine Verbesse­rung der Lebensqualität in der ver­bleibenden Zeit.

Die Spenden des Rotary Clubs dienten und dienen unter anderem der finanziellen Unterstützung bei der Ausbildung weiterer ehrenamtlicher Mitarbeiter: Die Ausbildungs­kosten pro Helfer liegen bei etwa 900 Euro. Um für den Landkreis einen „Rundum-Dienst" anbieten zu können, war also eine große Summe nötig, die der Hospizverein aus eige­nen Mitteln nicht stemmen konnte.

Im kommenden Jahr können die beiden Koordinatorinnen des Vereins nun erstmals einen Arbeitsvertrag erhalten, da der Aufwand das Ehren­amt mittlerweile überfordert.

Der Rotary Club hatte über ein Jahr lang viele seiner Aktionen und Veranstaltungen ganz dem Hospizverein gewidmet. Da gab es ein Be­nefiz-Konzert in Langenaltheim mit der Nürnberger Philharmonie, die Benefiz-Gala der Treuchtlinger Kar­nevalsgesellschaft und „Viva Voce" in Weißenburg. Immer wieder gab es das Jahr über Spendenübergaben.

In Schambach wurde jetzt der jüngste Scheck über 5.000 Euro über­reicht - ein Geschenk für die Helfer, vor allem aber .für Schwerkranke, die davon in der schwersten und letzten Lebenszeit profitieren.