Treuchtlinger Kurier vom 15.05.2018:

Palliativversorgung auf dem Land sichern

Angebot stellte sich beim Pflegeforum Altmühlfranken vor – Enge Zusammenarbeit mit Hospizdienst

TREUCHTLINGEN - Die beruflich Pflegenden im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen kamen auf Einladung der Gesundheitsregion plus im Treuchtlinger Forsthaus zum siebten Pflegeforum zusammen. Dabei ging es um die Zusammenarbeit mit dem Team der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in der pflegerischen Praxis.


Ulrike Haarmann, pflegerische Leiterin des SAPV-Teams, referiert über das Angebot der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung in Altmühlfranken.
© LRA

Die pflegerische Leiterin Ulrike Haarmann stellte ihr Team und die Aufgaben vor. „Unser Team kommt zum Einsatz, wenn ein Patient an einer nicht heilbaren, fortschreitenden Erkrankung leidet und die Lebenserwartung nur noch sehr beschränkt ist.“ Hierfür müsse eine besonders aufwendige Versorgung erforderlich sein, mit Symptomen, die eine spezielle Behandlung notwendig machen. Dies ist zum Beispiel bei starken Schmerzen, Atemnot, schwer zu versorgenden Wunden, belastender Übelkeit und Erbrechen oder Angstzuständen der Fall.

Das Team aus Ärzten und speziell ausgebildeten Pflegekräften übernimmt dann die aufwendige Versorgung zu Hause oder in einer stationären Pflegeeinrichtung. Somit werde ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod des Patienten gefördert und gewährleistet: „Wir bieten eine zusätzliche Unterstützung und treten nicht in Konkurrenz zum bereits versorgenden Pflegedienst oder dem Hausarzt“, erläutert Haarmann. „Wir bieten unter anderem eine 24-Stunden-Rufbereitschaft, die vielen Patienten und Angehörigen Sicherheit gibt. Damit wird eine Krankenhauseinweisung umgangen.“

Die Dienste der SAPV benötigen rund zehn Prozent der Sterbenden. Aus diesem Grund sei auch die Stärkung der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung sehr wichtig. Die SAPV arbeitet eng mit dem ambulanten Hospizdienst Altmühlfranken zusammen. „Oberstes Ziel ist, allen Menschen ein würdiges Sterben zu ermöglichen“, so Sandra Meyer vom ambulanten Hospizdienst. „Hier sind Zusammenarbeit und gute Vernetzung von Hausärzten, Pflegediensten, Pflegeheimen und des Hospizvereins gefragt“, betont Meyer.

„Die Pflegenden haben leider meis­tens nicht die Zeit, sich stundenlang an das Bett eines Sterbenden zu setzen. Hier kann der Hospizverein mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützen und Pflegende entlas­ten.“ Nachdem das große Ziel, der Aufbau einer SAPV, erreicht wurde, müsse auch die Vernetzung in der allgemeinen Versorgung weiter ausgebaut werden.

Fragen rund um die Spezialisierte Palliativversorgung beantwortet die SAPV Südfranken entweder telefonisch unter der 09144/9277810 oder per Mail an info@sapv-suedfranken.de. Das Büro ist von Montag bis Freitag von 8 bis 14 Uhr geöffnet.

Der Vorsitzende des Pflegeforums, Oliver Riedel, stellte dem Fachpublikum den überarbeiteten Wund- sowie Pflegeüberleitungsbogen vor, der bereits im Einsatz ist: „Die neuen Bögen sind in einem neuen Layout und deutlich übersichtlicher. Bei breitflächiger Nutzung, können wir Schnittstellenprobleme bei der Patientenüberleitung erheblich minimieren.“ Oliver Riedel rief die Einrichtungsleiter und pflegerischen Leitungen zur Nutzung auf.

Das nächste Pflegeforum findet am Freitag, 21. September, um 18.30 Uhr in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft Weißenburg und Umgebung statt.

Die bekannte Professorin für Gerontologie und Beraterin in Gedächtnisambulanzen, Dr. Sabine Engel, wird zum Weltalzheimertag über die „Gedächtnissprechstunde – moderne Diagnostik der Demenz“ referieren.

Weitere Informationen zum Pflegeforum gibt es im Internet unter www.altmuehlfranken.de/pflegeforum