Altmühlbote vom 21.02.2018:

Von Hoffnung und Vertrauen

Zum Jubiläumsauftakt des Hospizvereins begeistert die Band "variabel"

GUNZENHAUSEN — Lieder, Texte und Bilder, die die Seele berühren und die zum Nachdenken über Sterben und Leben nach dem Tod anregen, prägten ein Konzert in der Stadtkirche. Es spielte die Kirchenband „variabel“, Veranstalter war der Hospizverein Weißenburg-Gunzenhausen. Schon das Betreten des Gotteshauses hatte es in sich. Den Besuchern wurde von Mitgliedern des Hospizvereins, gekennzeichnet mit gelben Schals, zur freien Auswahl gestellt, welches farbige Blatt sie als ihre Lieb­lingsfarbe bezeichnen.
Bunte Lichter durchfluteten vor und während des Konzertes das Kir­chenschiff und Nebelschwaden durch­zogen die Kirche. Pfarrer Claus Berg­mann zeigte sich erfreut, dass der Hospizverein die Kirche zur Auftaktveran­staltung ausgewählt hatte. Durch die Veranstaltung führte Pastoralreferent Markus Starklauf, seit Jahren als Hospizhelfer in Bamberg tätig. Zunächst ging er auf die Verteilung der bunten Blätter ein: „Man kann sein Leben wie ein Buch lesen, in Seiten, die mit bun­ten Blättern gefüllt sind. Grün ist das Zeichen der Hoffnung, Rot steht für die Liebe und Schwarz für dunkle Zei­ten des Lebens.“ Mit Farben könne man in Freude und Leid sein Leben gestalten.

Zuversicht und Glück

Die Kirchenband „variabel“ aus Litzendorf, in der Nähe von Bamberg gelegen, brachte Liedvorträge zu Gehör, die teilweise von den Musikern selbst komponiert und textmäßig er­arbeitet worden waren. Dazu wurden auf einer großen Leinwand stim­mungsvolle Bilder präsentiert. Die Lieder drückten Zuversicht, Glück, Hoffnung und Versöhnung mit dem Nächsten aus, vor allem aber Vertrau­en in Gott. Genau damit könne man neue Brücken für sich schaffen, um neue Wege zu gehen, Frieden und Segen zu schaffen.
Auf die Arbeit des Hospizvereins Weißenburg-Gunzenhausen, die seit 20 Jahren vertraulich durchgeführt wird, ging Koordinatorin Sandra Mey­er ein. 35 Männer und Frauen beglei­ten kranke Menschen und deren Ange­hörige, wenn um Hilfe und Unterstüt­zung gebeten wird. Derzeit gehören 130 Mitglieder dem Verein an. Herta Stadelbauer (Weißenburg) hat 2011 ihre Mutter beim Sterben begleitet. Seit damals hat sie viele Sterbebeglei­tungen durchgeführt und dabei Bezie­hungen zu den Schwerstkranken und deren Angehörigen aufgebaut. Inge Holderied (Frickenfelden), die seit Jah­ren in der Hospizarbeit tätig ist, hat miterlebt, wie wichtig es ist, Sterben­de zu begleiten, als vor eineinhalb Jahren ihr Ehemann die letzte Lebens­phase durchschritt.

Nach zwei Zugaben und dem Segenslied „Ich wünsche Dir Gottes Segen“ gab es nochmals Standing Ovations für die Kirchenband und ihre technischen Begleiter, die ein Konzert der Extraklasse gaben. Es war ein besinnlicher Schlusspunkt.

Die beim Benefizkonzert eingegan­genen Spenden fließen dem ambulan­ten Hilfsdienst Altmühlfranken, Hospizverein im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zu. Spenden können unter der IBAN DE30 7655 1540 0000 5283 15 bei der Sparkasse Gunzenhausen oder bei der Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen unter IBAN DE72 7606 9468 0000 0886 25 geleis­tet werden. Fragen zum Hospizverein werden unter Telefon 09831/619161beantwortet. 

hk