Altmühlbote vom 05.03.2016:

Dem Tod mit Humor begegnen

Karikaturen in den Raiba-Geschäftsstellen in Weißenburg und in Gunzenhausen

WEISSENBURG - Unter dem Motto „Sie hat der Himmel geschickt“ laden der Hospizverein Gunzenhausen und die Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen dazu ein, sich auf höchst ungewöhnliche Art mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen. Über 80 Karikaturen zum Thema Sterben, Tod und Trauer zeigen, dass man den „Tod-ernsten“ Dingen auch lustige Seiten abgewinnen kann.


Die Ausstellung „Sie hat der Himmel geschickt“ befasst sich mit dem Thema Sterben. Renate Müller und Martin Albrecht vom Hospizverein freuen sich mit Raiba-Marktbereichsleiter Jürgen Kraft, Landrat Gerhard Wägemann, Koordinatorin Sandra Meyer, Raiba-Vorstandsvorsitzendem Wilfried Wiedemann und Koordinatorin Doris Holz, dass es gelungen ist die Karikaturenschau in den Landkreis zu holen. © Schuster


Dem landkreisweit aktiven Hospizverein ist es gelungen, die Wanderausstellung, die 2012 zum zehnjährigen Bestehen der Hospiz-Akademie Bamberg entstanden ist, in den Landkreis zu holen. Die über 80 Exponate (je 40 in den Raiba-Geschäftsstellen in Weißenburg und Gunzenhausen) können bis zum 24. März in Augenschein genommen werden.

Zur offiziellen Eröffnung in Weißenburg waren zahlreiche Vertreter aus Politik, verschiedenen Pflegeeinrichtungen, der Kirchen und Selbsthilfegruppen gekommen. Wilfried Wiedemann, der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank, zollte den Mitgliedern des Hospizvereins seine Hochachtung, weil sie Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten. Dies erfordere viel Kraft und Einfühlungsvermögen seitens der Begleiter, damit der letzte Lebensabschnitt in Würde verbracht werden könne.

Gerade bei dieser Karikaturenausstellung passe Weinen und Lachen zusammen. „Sie regt zum Nachdenken an und hält dem Betrachter gleichermaßen einen Spiegel vor“, meinte er. Man wolle durch diese Ausstellung, in der gezeigt wird, dass schwarzer Humor ebenso abgründig wie tiefsinnig sein kann, die Menschen weiter aufrütteln, sich mit jener Thematik näher zu befassen.

Je 40 Bilder sind in den Geschäftsstellen der Raiba in Weißenburg und in Gunzenhausen zu sehen. © Schuster

Für Landrat Gerhard Wägemann regt gerade diese Wanderausstellung die Besucher zum Nachdenken über ein wichtiges Thema an. Schließlich ist Sterben ein Prozess, der jeden von uns einmal treffen wird. Mit den Karikaturen könnten viele Menschen erreicht werden, meinte der Landrat. Er dankte dem Hospizverein für seine Bemühungen in der wohnortnahen Gesundheits- und Sterbebegleitung und wertete die Ausstellung als „wichtigen Beitrag, der dieses Thema in die Mitte der Gesellschaft trägt“.

„Vielleicht ist der Tod nur mit Humor zu ertragen, wenn man ihm schon nicht entkommen kann“, gab Martin Albrecht, der Vorsitzende des Hospizvereins, zu bedenken. Humor sei eine wichtige Ressource für die Sterbenden, doch werde dies von Person zu Person unterschiedlich wahrgenommen. Man hoffe, durch die Ausstellung Impulse zum Nachdenken geben zu können.

Insgesamt sei man im Landkreis auf einem guten Weg und habe mit verschiedenen Aktionen in den vergangenen zwei Jahren Tod und Sterben immer wieder thematisiert und damit enttabuisiert. Die Situation sterbender Menschen zu verbessern, sei das Ziel der Hospizarbeit. Hier im Landkreis greifen inzwischen viele Räder wie Krankenhäuser, Vereine sowie Palliativmedizin ineinander, um dies zu erreichen.

Albrecht dankte der Raiffeisenbank und der Akademie Bamberg sowie allen Helfern für die vielseitige Unterstützung. Marktbereichsleiter Jürgen Kraft zollte allen Personen, die Menschen auf jenem schwierigen Weg begleiten, großen Respekt. Für die weitere Arbeit überreichte er dem Hospizverein einen symbolischen Scheck von 500 Euro, den Vorsitzender Martin Albrecht entgegennahm. Für die musikalische Gestaltung der Eröffnung sorgten Monika Hümmer, Diana Franz und Barbara Hanus alias „Sweet Stuff“.